„Gutes Essen unterstützt die Genesung und trägt maßgeblich zum Wohlbefinden bei“

Franziskushospital bietet Patienten eine Speisenversorgung auf Gastronomieniveau

Jeannine Reese (2. von links), stellvertretenden Serviceleiterin, Mathilde Steinhauser (2. von rechts), Serviceleiterin, und Beata Wieczorek (rechts), Mitarbeiterin im Service, am Buffetwagen, an dem sich die Patientin Marita Traut (links) ihr Frühstück zusammenstellt. Foto: Andrea Schulze

08.11.2017

Für jeden Geschmack ist etwas dabei: Wildlachs in Rahmspinat-Soße im Spaghetti-Nest mit Käse garniert, Currywurst, Schweinebraten mit Karottengemüse und Salzkartoffeln, vegane Falafel-Taler oder Hähnchenbrustfilet in Blattspinat-Käsesoße mit Tomaten – das sind nur fünf von 20 Gerichten, aus denen die Patienten des Franziskushospitals Aachen jeden Mittag wie in einem Restaurant auswählen können. Den Wahlleistungspatienten bietet das Haus sogar sechs weitere Menüs an. „Jeden Morgen um 10 Uhr nehmen unsere Servicekräfte die Bestellungen der Patienten entgegen“, so Oliver Klöcker. Als Qualitätsmanagementbeauftragter und Leiter der Patientenverwaltung hat er die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass das Haus vor einem Jahr die Speisenversorgung komplett umstellen konnte. Das Franziskushospital ist ein Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung mit 139 Betten in der Trägerschaft der Marienhaus Unternehmensgruppe und der Uniklinik RWTH Aachen. „Jetzt beköstigen wir unsere rund 5.000 Patienten, die jährlich in unserem Haus vollstationär behandelt werden, auf Gastronomieniveau“, freut sich Alexander Weisser, der Kaufmännische Direktor.

Und so geht das Haus auch beim Frühstück und Abendessen seit einem Jahr neue Wege. Wurde bis dato jedem Patienten das Brötchen, die Scheibe Brot, Wurst und Käse fertig auf einem Teller angerichtet ins Zimmer gebracht, so fahren jetzt die Servicekräfte auf jeder Station mit einem Buffetwagen über den Flur. Die Patienten kommen – sofern sie mobil sind – aus ihren Zimmern und wählen am Wagen das aus, was sie gerne essen möchten. „Bettlägerigen Patienten bringen wir natürlich das Essen weiterhin ans Bett. Aber auch für sie stellen wir die Speisen nach ihren individuellen Wünschen vom Buffetwagen zusammen“, so Serviceleiterin Mathilde Steinhauser. Das Angebot wurde deutlich ausgeweitet. So können sich die Patienten zwischen mehreren Brotsorten und Brötchen, fünf verschiedenen Käsesorten, Wurst, frischem Obst und Gemüse entscheiden. „Und abends bieten wir jetzt auch Kaffee an, denn viele Patienten fragen danach“, so Oliver Klöcker.

Das neue Versorgungskonzept kommt im Haus hervorragend an, so die Erfahrung der Servicekräfte. Die Patienten sind begeistert, dass ihnen eine so große Auswahl an Speisen angeboten wird. Das steigere nicht nur die Zufriedenheit der Patienten, sondern führe auch dazu, dass viel weniger Essen zurückgehen, beobachten die Servicekräfte. Seit der Umstellung werden kaum noch Lebensmittel weggeworfen. Denn die meisten Patienten essen das auf, was sie sich ausgesucht haben.

Bis vor 13 Jahren wurde im Franziskushospital noch vor Ort gekocht. „Die Küche musste jedoch geschlossen werden, weil sie den modernen Anforderungen nicht mehr genügte“, so Oliver Klöcker. Bis vor einem Jahr wurde das Essen deshalb im St. Franziskus Seniorenzentrum in Würselen zubereitet und dann in einem LKW nach Aachen gebracht. Das jedoch war nur eine provisorische Lösung. „Wir wollten die Speisenversorgung in das Franziskushospital zurückholen“, sagt Robert Großmann,  Regionalleiter der Marienhaus Service GmbH.

Allerdings hatte sich in der Zwischenzeit nichts daran geändert, dass im Haus kein Platz für eine große moderne Küche ist. „Deshalb haben wir uns entschieden, mit einem großen Unternehmen zusammenzuarbeiten, das uns die Gerichte tiefgekühlt liefert“, so Alexander Weisser. Um diese Menüs fachgerecht lagern und zubereiten zu können, reicht eine kleine sogenannte Regenerierküche. Hier steht eine große Kühlzelle, in der rund 1.300 Gerichte bei minus 18 Grad aufbewahrt werden. Nach Bedarf werden die tiefgekühlten Speisen entnommen, auf Teller gelegt und 50 Minuten lang in sogenannten Regenerationsöfen auf 85 Grad erhitzt. Wenn das Essen den Patienten am Bett serviert wird, hat es immer noch eine Temperatur von 80 Grad. „Zudem sind die Speisen schön angerichtet und schmecken wie frisch gekocht. Die Möhren zum Beispiel sind knackig und der Broccoli grasgrün“, so Oliver Klöcker. Täglich werden im Haus etwa 240 Mahlzeiten auf diese Weise zubereitet.

„Damit haben wir unser Ziel erreicht, möglichst flexibel auf die Wünsche unserer Patienten einzugehen und ihnen ein wohlschmeckendes, gesundes Essen zu servieren“, freut sich Alexander Weisser. „Denn gutes Essen unterstützt die Genesung und trägt maßgeblich zum Wohlbefinden bei.“