Die Franziskanerinnen von der Heiligen Familie und das Franziskushospital

Schon in ihrer Jugend engagiert sich die Aachenerin Josephine Koch (geb. 21. Januar 1815, gest. 3. April 1899) in der Armen- und Krankenpflege. Im Jahr 1837 tritt die junge Frau zunächst ins Kloster der Rekollitinnen in Eupen ein, deren Pensionat sie als Schülerin kennengelernt hatte. Dort erhält sie den Ordensnamen Schwester Philomena. In den Jahren 1842 bis 1849 kümmert sie sich – von der Klausur entbunden– mit einer Mitschwester um Typhuskranke im neu errichteten Eupener Hospital. 1849 wird sie aufgefordert, wieder ins Kloster zurückzukehren, doch sie weist entschieden daraufhin, dass sie bereits seit fünf Jahren ihr Gelübde nicht mehr erneuert hat. Gemeinsam mit neun weiteren Pflegerinnen des Eupener Hospitals gründet Schwester Philomena daraufhin einen eigenen Orden, die Gemeinschaft der Franziskanerinnen vonder Heiligen Familie. Die Kongregation hilft im Sinne desheiligen Franziskus von Assisi armen und kranken Menschenund wird im Juni 1857 auch urkundlich bestätigt. Das Mutterhaus entsteht am Eupener Markt. Im selben Jahr eröffnen die Schwestern in Monschau die erste Filiale für Invalide und Kranke. In den Kriegen von 1866 und 1870/71 versorgen die Ordensfrauen Verwundete auf Schlachtfeldern und in Lazaretten. Nach dem Ersten Weltkrieg fällt der Kreis Eupen an Belgien. Folglich wird der Orden ausgewiesen und verlegt sein Mutterhaus nach Mayen in der Eifel. Anfang des 20. Jahrhunderts gründen zehn Aachener Ärzte eine Gesellschaft, um ein eigenes Krankenhaus zu betreiben. Das Sanatorium, wie die Ärzte das Haus nennen, entsteht in der Villa des verstorbenen Caspar Giani, wo sich heute die Klinikverwaltung befindet. In den 1950er Jahren steigen die Anforderungen an Ausstattung, Organisation und wirtschaftlichen Betrieb von Krankenhäusern drastisch an. Der Ärztegemeinschaft ist es unmöglich,die Kosten für die Modernisierung ihres Hauses in der Lütticher Straße zu tragen. Sie wenden sich an die Franziskanerinnen von der Heiligen Familie. Die Ordensgemeinschaft unterstützt die Gesellschaft von 1951 an. Zum Jahresbeginn 1962 übergeben die Ärzte das Krankenhaus ganz in die Trägerschaft des „Vereins der Franziskanerinnen von der hl. Familie e.V. Aachen“. Mit diesem Schritt wird der Fortbestand als freigemeinnütziges Krankenhaus dauerhaft gesichert. Unter dem neuen Träger wird die Klinik in Franziskushospital umbenannt. Das Franziskushospital ist ein modernes Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung mit 139 Betten. Die Franziskanerinnen von der Hl. Familie Mayen e.V. haben ihre Einrichtungen Ende 2011 in die Marienhaus Stiftung überführt.